Heimstatt Clemens August

Ich bin wichtig!!!

 

Auf dem Weg zu mehr Mitbestimmung in der Heimstatt-Clemens-August

 

Kinder haben Rechte. Aber um diese auch durchsetzen zu können, muss man sie erst einmal kennen. Darum haben alle Schülerinnen und Schüler der Tagesbildungsstätte der Heimstatt-Clemens-August im Mai und Juni 2014 an einem Kinderrechte-Workshop teilgenommen, wo genau das das Thema war: was ist ein Recht? Was ist ein Wunsch? Welche Rechte haben Kinder überhaupt? Wie kann  ich mehr über mein Leben mitbestimmen?

Mit diesen Workshops startete die Heimstatt in die Umsetzung eines neuen Konzepts zu mehr Partizipation und Mitbestimmung für die Bewohner, das in den letzten Monaten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung erarbeitet wurde.

In den Kinderrechte-Workshops ging es zunächst einmal darum, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich sein Leben wünschen würde, wenn man ganz allein darüber bestimmen könnte. Dabei stand natürlich für viele Kinder und Jugendliche der Wunsch im Mittelpunkt, mehr Zeit mit den Eltern und der Familie verbringen zu können oder sogar zu Hause leben zu dürfen. Aber auch der Wunsch nach mehr Selbständigkeit, mehr Entscheidungsmöglichkeiten oder mehr Freizeit spielte eine zentrale Rolle. Natürlich fehlten auch materielle Wünsche wie ein neues Handy oder eine Playstation nicht auf der Liste. Viele Wünsche bezogen sich auch auf die Zukunft. Gerade die älteren Jugendlichen äußerten häufig den Wunsch, sich den Beruf frei aussuchen zu können, den Führerschein zu machen und selbst bestimmen zu können, wo und wie sie in Zukunft leben möchten.

Danach ging es um die Frage, welche Rechte Kinder überhaupt haben. Die 10 Kinderrechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention verankert sind, wurden mit  verschiedenen Methoden und viel Eifer erarbeitet. Dabei zeigten die Kinder und Jugendlichen ein gutes Gespür dafür, worauf sie wirklich ein Recht haben und was vielleicht eher ein Wunsch ist, wie z.B. der Wunsch jeden Tag lange aufbleiben zu dürfen oder nicht mehr in die Schule gehen zu müssen. Auch,  dass das eigene Recht dort endet, wo es das Recht des anderen verletzt, war ein wichtiges Thema an diesen Vormittagen.

Nach den Sommerferien soll das Konzept zur Mitbestimmung weiter umgesetzt werden. Dann sollen in den Gruppen Bewohnerkonferenzen eingeführt werden, in denen die Kinder und Jugendlichen Wünsche und Anregungen zum Gruppenleben, aber auch Kritik und Beschwerden anbringen können. In diesen Konferenzen sollen dann auch Gruppensprecher gewählt werden, die dann den Kinderheimbeirat bilden, der sich in regelmäßigen Abständen mit der Heimleitung treffen wird, um die Belange der Bewohner gemeinsam zu besprechen.

Darüber hinaus wird es in allen Gruppen einen Kummerkasten geben, in dem die Kinder und Jugendlichen ihre Beschwerden oder ihre Sorgen in schriftlicher Form loswerden können. Die Bewohner, die nicht schreiben können, haben die Möglichkeit, einfach ihr Foto in den Kasten zu werfen, als Signal, dass sie gern etwas loswerden würden. Als Gesprächspartner hierfür stehen zwei Vertrauenspersonen zur Verfügung, die regelmäßig die Kummerkästen leeren, das Gespräch mit den betroffenen Bewohnern suchen und bei der Problembewältigung helfen werden. Auch in regelmäßigen Sprechstunden der Vertrauenspersonen werden die Bewohnerinnen und Bewohner die Möglichkeit haben, ihre Sorgen und Nöte anzusprechen.

...Bilder von den Kinderrechte-Workshops

 
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